Nee, kein Schnodder… Auch kein Schnorrer. Snoddas!
„Snoddas“ ist ein schwedischer Schokoladenkuchen, den ich am 2. Advent zur Gemeindeweihnachtsfeier gebacken hatte. An einem Adventssonntag gibt’s immer eine Weihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen, Theater, einer kurzen Predigt, Musik und einem Highlight. Aber zurück zum Kuchen. Warum er Snoddas heißt, weiß ich leider auch nicht. Der Kuchen wird auch mal Mockarutor oder Kärleksmums genannt. Mocka wg. des Kaffees in der Glasur, das andere Wort bedeutet so viel wie Liebes Lecker. Lecker passt! Mit Liebe gebacken auch… Hier das Rezept:
150g Butter schmelzen und dann leicht abkühlen lassen
2 Eier und 3 dl Zucker schaumig rühren
2 TL Vanillezucker, 1 EL echten Kakao, 4½ dl Mehl, 2 TL Backpulver, 1½ dl Milch und die flüssige Butter abwechselnd hinzufügen und alles zu einem glatten Teig verrühren
in einer gefetteten und gebröselten Form (oder Backblech mit hohen Kanten), ca. 30x40cm, verteilen und bei 175°C ca. 15 Min. im unteren Teil des Ofens backen
den Kuchen abkühlen lassen und währenddessen die Glasur anrühren
Glasur: 75g flüssige, leicht abgekühlte Margarine oder Butter mit 1-2 EL kaltem Kaffee (oder Wasser), 1 EL echtem Kakao, 2 TL Vanillezucker und 3½ dl Puderzucker verrühren
Glasur auf dem Kuchen verteilen und alles mit reichlich Kokosflocken überstreuen
Da mein Handy leider kein hübsches Bild hinbekommen hat und die Kamera grad nicht in der Nähe war, gibt’s vielleicht später mal ein Photo. Solange könnt Ihr hier gucken: mockarutor.jpg (JPEG-Grafik, 300 × 199 Pixel).
13. Dezember – „Luciadagen“, d.h. der Tag der Lucia.
Heute wird in Schweden der heiligen Lucia gedacht. Dazu gibt es ein Hefegebäck namens „Lussekatter“ (auf Deutsch heißt das so viel wie Lucia-Katzen; sie sehen so ähnlich aus wie ein eingerollter Schwanz) und es wird u.a. das Lucia-Lied gesungen. Das Lied findet Ihr z.B. hier:
Es gibt immer eine „Lucia“, die sich ein weißes Gewand mit rotem Taillenband anzieht und eine Lichterkrone auf dem Kopf trägt. Ihr zur Seite stehen „tärnor“ und „stjärngossar“ (ebenfalls im Video zu sehen). In den Familien ist traditionell die älteste Tochter Lucia und die jüngeren Geschwister werden ihr Begleitzug. So war es bei uns früher auch immer und ich habe mich geärgert, dass ich nicht die Lucia sein durfte. Andererseits war ich ganz froh, dass ich keine Kerzen auf dem Kopf hatte… Heutzutage sind elektrische Kerzen in Privathaushalten weit verbreitet. Ist doch sicherer.
In vielen schwedischen Städten werden auch ganz offiziell Wahlen durchgeführt, bei denen sich junge Frauen um den Platz der Lucia bewerben können. Die großen Festzüge treten dann öffentlich auf, z.B. in Kirchen, Altenheimen oder Krankenhäusern.
Aber genug Tradition, hier kommt nun das Rezept, welches ich in den letzten Jahren schon einigen Arbeitskollegen praktisch näher gebracht habe. An dieser Stelle noch schnell viele Grüße an Dani, Volker, Elina, Michel, Sabine und Jenni, die in den letzten Jahren meine schwedischen Weihnachtstraditionen tatkräftig unterstützt (und aufgefuttert) haben!!
Man nehme 175g Butter, schmelze sie, vermenge sie mit 5 dl Milch und erwärme das Ganze auf 37 Grad Celsius. Dann wird 50g Hefe hineingekrümelt und aufgelöst. Anschließend 1 TL Salz, 1 ½ -2 dl Zucker, 3-6 Döschen gemahlenen Safran (je nach Budget, Safran ist in Deutschland echt blöde teuer!!) und ca. 1,5 L Mehl hinzufügen und das Ganze zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Danach an einem warmen Ort unter einem sauberen Küchenhandtuch bis ca. zur doppelten Größe gehen lassen. Achtung: das Bild unten zeigt eine doppelte Teigmenge!
Während man beim „Gehen lassen“ warten muss, kann man sehr gut die Zeit mit Glögg (eine Art schwedischer Glühwein) und Keksen verbringen. Hier ein Bild von 2011. Den Glögg trinkt man übrigens aus kleinen Tassen mit Rosinen und geschälten Mandeln darin. Dazu empfehle ich die DvD „Weihnachten mit Astrid Lindgren“. Wer nicht bei einem Winterausschnitt von Bullerbü, Pippi Langstrumpf, Lotta, Emil (so heißt Michel nämlich im Original) oder Ronja Räubertochter in Weihnachtsstimmung ist, dem kann ich auch nicht helfen…
Nach dem Gehen lassen den Teig auf einer „gemehlten“ Arbeitsfläche zu Lussekattern formen. Eine Übersicht der verschiedenen Lusse-Formen findet Ihr hier. Das Bild habe ich zwar mehrfach, aber leider jedes Mal ohne Angabe des Ursprungs, im Netz gefunden. Wer den Urheber weiß, bitte melden, damit ich das nachtragen kann.
Man kann aber auch größere Objekte herstellen, z.B. einen Zopf. Nachfolgend meine allererste „fyrfläta“, aus vier Streifen geflochten.
Die Lussekatter nochmals etwas gehen lassen und danach mit verquirltem Ei bepinseln.
Abschließend Rosinen in den Teig drücken und bei 250 Grad (Umluft 200 Grad) ca. 8-10 Min. auf der mittleren Schiene backen.
Mir schmecken sie besonders gut mit etwas Butter bestrichen *omnomnom*
Nebenbei haben wir 2011 noch eine Massenproduktion „Knäck“ anlaufen lassen. Das ist eine schwedische Süßigkeit mit Karamell und Mandeln. Man kocht die Zutaten in einem Topf miteinander und füllt sie dann in kleine Knäckformen. Die Förmchen gibt’s auch beim schwedischen Möbelhaus. Achtung beim Kochen der Masse: klebrig und heiß!!
Hier das Rezept für ca. 100 Stück:
2 dl Zucker, 2 dl hellen Sirup und 2 dl Sahne in einem großen, dickwandigen Topf mischen und aufkochen lassen. Dabei ständig rühren, damit nichts anbrennt. Wärme nach und nach reduzieren, aber weiterhin köcheln lassen. Ca. 20-45 Min. köcheln lassen, bis die Masse zähflüssig, klebrig und richtig temperiert ist. 1 dl gehackte Mandeln kommen nach der so genannten „kulprov“ (Kugelprobe) hinzu. Das erkläre ich gleich. Wenn alles verrührt ist, einfach in kleine Knäckförmchen füllen und abkühlen lassen. In einer Dose mit Backpapier zwischen den einzelnen Lagen aufbewahren. Sollten sie bei warmer Heizungsluft zu weich und klebrig geworden sein, einfach kurz in den Kühlschrank legen und dann auffuttern…
Nun zur Kugelprobe: Wenn man ein wenig von der Masse in ein Glas kaltes Wasser tut und dann nach Herausnahme daraus eine Kugel mit den Fingern formen kann, dann ist die Masse fertig und die Mandeln können hinzugefügt werden. Das ist die einfachste Methode für alle, die kein Thermometer zur Hand haben. Für alle mit einem Kochthermometer sei gesagt, dass bei 122 bis 130 Grad die Masse fertig ist. Je heißer, desto härter wird alles.
Am Wochenende haben wir wieder mit Freunden gekocht. Wir versuchen ja immer, etwas zu kochen, was wenigstens einer von uns noch nie gemacht hat, am besten keiner. Diesmal wurde es unser aller allererstes selbstgemachtes Hühnerfrikassee mit der ersten selbstgemachten fixen roten Grütze plus Vanille-Eis. Puh, waren wir satt!!
Für das Hühnerfrikasse „easy“ spart man sich die Suppenhuhnkocherei und nimmt stattdessen Hühnerbrustfilet (für 6 Pers. 800-100g) und kocht es in 1 L Hühnerbrühe. Am besten schon etwas geteilt kochen, damit es nicht so lange braucht. Hinterher in kleine Stücke schneiden.
Während das Huhn vor sich hin gart, putzt, schneidet und blanchiert/brät man entweder frisches Gemüse oder nimmt für die easy-Variante Gemüse aus dem Glas (oder TK). Für unser 6 Pers. Rezept sind das 3 kl. Gläser Champignons in Scheiben, 1 mittelgroßes Glas Erbsen und Möhren sowie 2 Gläser Spargel. Letzteren kleinschneiden. Den Gemüsesud für später aufbewahren.
Nun eine Mehlschwitze aus 6 EL Butter (ca. 1/2 Paket) und 4-5 EL Mehl herstellen und die Hühnerbrühe (inzwischen ohne das Fleisch, denn das schneidet man ja klein) nach und nach hinzufügen, bis eine cremige Sauce entsteht. Mit einem Schuss Milch (wer es sämiger mag, nimmt Sahne, aber Milch reicht völlig), etwas Zitronensaft und – wer mag – etwas Weißwein weiter verfeinern und dabei stetig weiterrühren. Würzen und abschmecken. Falls die Sauce zu dick ist, ggf. etwas von dem Gemüsesud (z.B. Spargelwasser) hinzufügen.
Dann das ganze Gemüse und das zerkleinerte Fleisch hinzufügen und alles gemeinsam nochmal erhitzen. Wer mag, kann noch Kapern hinzufügen.
Wenn man kurzfristig Besuch bekommt, womöglich auch noch Personen mit Laktoseintoleranz oder schokoverrückte Kinder, dann sind diese Muffins der Knaller! Da sie eher flach bleiben, kann man auch super Frostings etc. drauf machen.
Hier nun das Rezept:
100g Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
2 Eier und 2,5dl Zucker schaumig rühren.
1,5TL Vanillezucker, 1 Prise Salz, 4EL echten Kakao, 2dl Mehl, die geschmolzene Butter und 0,5TL Backpulver unterrühren.
In Muffin-Förmchen füllen und bei 200 Grad (Umluft 175) ca. 10 Min. auf der mittleren Schiene backen.
Bereits einige Tage vor dem „Rouladen-Abend“ ging es schon hoch her mit dem Kochen: Am Erntedank-Sonntag für den Frühstücksgottesdienst eine Tomaten-Mozzarella-Platte, mittags dann Freunde zum Mittagessen (es gab Nudelauflauf), am darauffolgenden Dienstag dann wieder Besuch: Freunde zum Abendessen. Da es ein Teil des Hochzeitsgeschenk war, wurde es ein 3-Gänge-Menü inkl. ein wenig Tischdeko.
Als Vorspeise gab es Ciabatta mit cremigem Feta-Dip und Tomatensalsa, als Hauptgericht Folienkotletts aus dem Ofen mit Röstkartoffeln aus der Pfanne und zum Nachtisch Himbeer-Mascarpone-Törtchen in Herzform.
Passend zu den Blumen im Topf habe ich ein Windllicht gestaltet und farblich passende Kerzen in ein Bett aus Kastanien gestellt.
Für das Windlicht einfach Stiele in entsprechende Länge abschneiden, ein Gummiband um das Glas spannen, die Zweige darunter stecken und alles mit einem Band verdecken.
Die Tischkarten habe ich einfach mit Buchstaben-Stempeln bedruckt und ebenfalls einen kleinen Zweig drangebunden: