Die Zeit vergeht wie im Flug. Weihnachten rückt näher. Letzter Arbeitstag. Passend zur Zeit gibt’s heute Bilder vom Sommerurlaub in Schweden, und zwar von der Domkyrka in Lund. Da gibt es eine Uhr mit Kalender. Sehr spannend. Seht selbst:
Sie zeigt nicht nur Stunde und Minute an, sondern auch Monat, Jahr und vieles mehr… Hier noch etwas näher:
Zu einer bestimmten Zeit kommen oben dann 2 Ritter heraus, die gegeneinander kämpfen. Sie sollten Gut und Böse darstellen. Ich hätte sie eher für Tag und Nacht gehalten. Außerdem ziehen die 3 Könige um Maria und Jesus.
Wikipedia sagt:
„Besondere Beachtung verdienen die vom Haupteingang rechts stehende Uhr mit Glockenspiel und das Mosaik in der Apsis. Die astronomische UhrHorologium mirabile Lundense wurde Ende des 14. Jahrhundert installiert und ist möglicherweise ein Werk von Nikolaus Lilienfeld. Diese Uhr gibt es immer noch in der Kirche, auch wenn sie in den folgenden Jahrhunderten mehrmals verbessert wurde. Ein Mondzeiger zeigt die Phase des Mondes und die Position am Himmel, ein Sonnenzeiger zeigt die Uhrzeit auf einer 24-Stunden-Uhr, und es gibt auch einen Zodiakenzeiger. Wenn die Uhr spielt, erheben hölzerne Hornbläser ihre Hörner. Zu den Tönen des Lobgesangs In dulci jubilo öffnet sich ein Pförtchen, wobei eine Prozession der drei Könige sich verbeugend an Maria mit dem Jesuskind vorbeischreitet. Die drei hölzernen Könige stellen gleichzeitig die Völker aus den drei damals bekannten Erdteilen Europa, Asien und Afrika dar.“
Auch der Rest der Domkirche ist sehenswert. Hier noch ein Blick in den Altarraum. Leider mussten wir dort schnell wieder gehen, da eine Hochzeit bevorstand…
Sowas haben wir dieses Jahr auch mit unserer Gemeinde gedreht. Wurde bei der Weihnachtsfeier gezeigt und voraussichtlich wird es nochmal beim Heiligabendgottesdienst vorgeführt.
Meine Idee ist ja noch, das das ganze Jahr über zu drehen, um quasi die Gemeinde damit zu präsentieren. Also an allen prägnanten, markanten Punkten und zu wichtigen und oder typische Anlässen.
13. Dezember – „Luciadagen“, d.h. der Tag der Lucia.
Heute wird in Schweden der heiligen Lucia gedacht. Dazu gibt es ein Hefegebäck namens „Lussekatter“ (auf Deutsch heißt das so viel wie Lucia-Katzen; sie sehen so ähnlich aus wie ein eingerollter Schwanz) und es wird u.a. das Lucia-Lied gesungen. Das Lied findet Ihr z.B. hier:
Es gibt immer eine „Lucia“, die sich ein weißes Gewand mit rotem Taillenband anzieht und eine Lichterkrone auf dem Kopf trägt. Ihr zur Seite stehen „tärnor“ und „stjärngossar“ (ebenfalls im Video zu sehen). In den Familien ist traditionell die älteste Tochter Lucia und die jüngeren Geschwister werden ihr Begleitzug. So war es bei uns früher auch immer und ich habe mich geärgert, dass ich nicht die Lucia sein durfte. Andererseits war ich ganz froh, dass ich keine Kerzen auf dem Kopf hatte… Heutzutage sind elektrische Kerzen in Privathaushalten weit verbreitet. Ist doch sicherer.
In vielen schwedischen Städten werden auch ganz offiziell Wahlen durchgeführt, bei denen sich junge Frauen um den Platz der Lucia bewerben können. Die großen Festzüge treten dann öffentlich auf, z.B. in Kirchen, Altenheimen oder Krankenhäusern.
Aber genug Tradition, hier kommt nun das Rezept, welches ich in den letzten Jahren schon einigen Arbeitskollegen praktisch näher gebracht habe. An dieser Stelle noch schnell viele Grüße an Dani, Volker, Elina, Michel, Sabine und Jenni, die in den letzten Jahren meine schwedischen Weihnachtstraditionen tatkräftig unterstützt (und aufgefuttert) haben!!
Man nehme 175g Butter, schmelze sie, vermenge sie mit 5 dl Milch und erwärme das Ganze auf 37 Grad Celsius. Dann wird 50g Hefe hineingekrümelt und aufgelöst. Anschließend 1 TL Salz, 1 ½ -2 dl Zucker, 3-6 Döschen gemahlenen Safran (je nach Budget, Safran ist in Deutschland echt blöde teuer!!) und ca. 1,5 L Mehl hinzufügen und das Ganze zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Danach an einem warmen Ort unter einem sauberen Küchenhandtuch bis ca. zur doppelten Größe gehen lassen. Achtung: das Bild unten zeigt eine doppelte Teigmenge!
Während man beim „Gehen lassen“ warten muss, kann man sehr gut die Zeit mit Glögg (eine Art schwedischer Glühwein) und Keksen verbringen. Hier ein Bild von 2011. Den Glögg trinkt man übrigens aus kleinen Tassen mit Rosinen und geschälten Mandeln darin. Dazu empfehle ich die DvD „Weihnachten mit Astrid Lindgren“. Wer nicht bei einem Winterausschnitt von Bullerbü, Pippi Langstrumpf, Lotta, Emil (so heißt Michel nämlich im Original) oder Ronja Räubertochter in Weihnachtsstimmung ist, dem kann ich auch nicht helfen…
Nach dem Gehen lassen den Teig auf einer „gemehlten“ Arbeitsfläche zu Lussekattern formen. Eine Übersicht der verschiedenen Lusse-Formen findet Ihr hier. Das Bild habe ich zwar mehrfach, aber leider jedes Mal ohne Angabe des Ursprungs, im Netz gefunden. Wer den Urheber weiß, bitte melden, damit ich das nachtragen kann.
Man kann aber auch größere Objekte herstellen, z.B. einen Zopf. Nachfolgend meine allererste „fyrfläta“, aus vier Streifen geflochten.
Die Lussekatter nochmals etwas gehen lassen und danach mit verquirltem Ei bepinseln.
Abschließend Rosinen in den Teig drücken und bei 250 Grad (Umluft 200 Grad) ca. 8-10 Min. auf der mittleren Schiene backen.
Mir schmecken sie besonders gut mit etwas Butter bestrichen *omnomnom*
Nebenbei haben wir 2011 noch eine Massenproduktion „Knäck“ anlaufen lassen. Das ist eine schwedische Süßigkeit mit Karamell und Mandeln. Man kocht die Zutaten in einem Topf miteinander und füllt sie dann in kleine Knäckformen. Die Förmchen gibt’s auch beim schwedischen Möbelhaus. Achtung beim Kochen der Masse: klebrig und heiß!!
Hier das Rezept für ca. 100 Stück:
2 dl Zucker, 2 dl hellen Sirup und 2 dl Sahne in einem großen, dickwandigen Topf mischen und aufkochen lassen. Dabei ständig rühren, damit nichts anbrennt. Wärme nach und nach reduzieren, aber weiterhin köcheln lassen. Ca. 20-45 Min. köcheln lassen, bis die Masse zähflüssig, klebrig und richtig temperiert ist. 1 dl gehackte Mandeln kommen nach der so genannten „kulprov“ (Kugelprobe) hinzu. Das erkläre ich gleich. Wenn alles verrührt ist, einfach in kleine Knäckförmchen füllen und abkühlen lassen. In einer Dose mit Backpapier zwischen den einzelnen Lagen aufbewahren. Sollten sie bei warmer Heizungsluft zu weich und klebrig geworden sein, einfach kurz in den Kühlschrank legen und dann auffuttern…
Nun zur Kugelprobe: Wenn man ein wenig von der Masse in ein Glas kaltes Wasser tut und dann nach Herausnahme daraus eine Kugel mit den Fingern formen kann, dann ist die Masse fertig und die Mandeln können hinzugefügt werden. Das ist die einfachste Methode für alle, die kein Thermometer zur Hand haben. Für alle mit einem Kochthermometer sei gesagt, dass bei 122 bis 130 Grad die Masse fertig ist. Je heißer, desto härter wird alles.
Hm, sowas hab ich bei einem Jugendfestival auch schon erlebt, aber das hier war nun doch etwas anderes:
Vergangenen Sonntag war bei uns in der Gemeinde Taufe. Und da wir sonst immer im Sommer im See taufen und das aber bei diesen Temperaturen keinem antun wollten, gab es die Behelfslösung Planschbecken/Gartenpool. Hier ein Bild von der Entstehung:
Zumindest sollte man jetzt langsam damit starten – erst recht, wenn Karten ins Ausland sollen. Heute kommen ein paar Karten von mir aus dem Jahre 2012 sowie ein Einblick in mein Bastelchaos, welches ich dabei gerne verbreite, dran…
Die erste Karte ist leider auf einer zu dunklen Aufnahme drauf, sorry. Ich habe mit einer Schablone und Farbe gearbeitet und alles mit Glitzerpuder überstreut, solange die Farbe noch klebrig war. Leider kommt das Funkeln und Glitzern auf dieser Aufnahme irgendwie nicht rüber. Schade Schokolade.
Die zweite Karte ist kinderleicht herzustellen. Man nehme eine Art Schablone (richtige Schablone, Keksausstecher oder wie bei mir die Verpackung eines Keksausstechers…) und schreibe ringsherum (innen oder außen, je nach Schablone) Weihnachtsgrüße auf. Schneller geht’s nicht.
Aber zum versprochenen Chaos. Damit ist dann der ganze Esstisch voll. Und wir haben einen großen Tisch…
Wem es jetzt nicht in den Fingern kribbelt, die alljährliche Weihnachtspost mal etwas persönlicher zu gestalten, der ist herzlich Willkommen, vorbeizukommen und wir basteln zusammen!